Für ein Wochenende wird der kunst:raum sylt quelle zum Mekka für alle Lyrikfans

Sylter Lyrik-Tage

14. - 16. April 2005

wird die orthopädie geplündert, tauchen
haltungsschäden in der diaspora wieder auf
(Daniel Falb)


Gedichte schürfen an der Haut unserer Wahrnehmungen. Indem wir uns an Ihnen reiben, lassen sie uns verändert zurück, mit geschärften Sinnen. Fast wie nebenbei gelingt es ihnen auf engstem Raum, komplexe Vorgänge ins Licht zu setzen.

Für ein Wochenende wird der kunst:raum sylt quelle zum Mekka für alle Lyrikfans: ab 2005 veranstaltet der kunst:raum in Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin (LCB) jährlich die „Sylter Lyriktage“, die dem interessierten Zuhörer Trends und Perspektiven der deutschsprachiger Poesie näher bringen und Dichter miteinander ins Gespräche bringen sollen. Wohin steuert die deutsche Lyrik? Gibt es neue Talente, neue Hoffnungen, neue Themen? Wie steht es um die Wahrnehmung der neuen Lyrikszene? Generationsübergreifend soll eine Bestandsaufnahme gewagt werden, Werkstattberichte ausgetauscht werden.

Neben den internen work-shops für die Autoren, die tagsüber im kunst:raum stattfinden und von Hans-Jürgen Balmes (Cheflektor S. Fischer) geleitet werden, gehören die Abende dem Publikum.Höhepunkt der Lyriktage ist die Verleihung des 4. Lyrik-Debüt-Preises an den Berliner Dichter Daniel Falb für seinen Debütband „die räumung dieser parks“ (kook books, 2003) am Freitag, dem 15. April ab 20.00 Uhr.


Eine Fachjury aus sechs Lyrikern, unter ihnen Ilma Rakusa, Elke Erb, Doris Runge und Jürgen Becker lobte Falbs Gedichte als „fast narrative Miniaturen, die sehr dicht sind und diszipliniert komponiert, dabei aber Gedanken eher freisetzen, als sie einsperren.“ Die Laudatio für den 1977 geborenen Daniel Falb hält Ilma Rakusa. Der Lyrik-Debüt-Preis wird vom kunst:raum sylt quelle und dem LCB alle zwei Jahre verliehen, ist mit 5.000 Euro dotiert und beinhaltet außerdem ein Aufenthaltsstipendium von 4 Wochen im kunst:raum sylt quelle.

Am Sonnabend Abend, 16. April ab 20.00 Uhr, findet in der Produktionshalle der Sylt-Quelle die „Lange Nacht der deutschen Lyrik“ statt. Der Abend, von Thomas Geiger (LCB) und Indra Wussow (kunst:raum sylt quelle) moderiert, bietet ein Spektrum dessen, was zur Zeit an deutscher Lyrik produziert wird. Neben Altmeistern ihres Fachs, wie Elke Erb, Doris Runge (Liliencron Dozentur 2003) und Ilma Rakusa (Jurorin Bachmann-Preis in Klagenfurt) stellen sich die neuen Hoffnungsträger der deutschen Lyrikszene vor. Neben dem Debüt-Preisträger Daniel Falb lesen Monika Rinck (Verzückte Distanzen, zu Klampen!, 2004), Steffen Popp (Wie Alpen, kook books, 2004), Volker Sielaff (Postkarte für Nofretete, zu Klampen!, 2003), Nico Bleutge und Sabine Scho.

Karten für die Veranstaltungen am 15. und 16. April gibt es im Bistro Sylt-Quelle oder an der Abendkasse für 10 Euro (ermäßigt 7 Euro) pro Veranstaltung.