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23. Juli 2007, 20.15 Uhr
Kathrine, 28-jährige Zöllnerin, ist geprägt durch die Landschaft, in der sie lebt. Schweigsam und stoisch dreht sie im ewigen Eis des nördlichen Norwegen die ewiggleichen trostlosen Kreise. Sie hat einen Sohn und ist zum zweiten Mal verheiratet, mit einem Mann, den sie nicht liebt und der sie belügt. Sie hasst den langen Winter, ist unzufrieden mit der Monotonie im Fischerdorf. Als sie losfährt, um eine Zufallsbekanntschaft in Frankreich zu besuchen, endet das zwar mit einer Enttäuschung, denn der Mann ist eher irritiert als erfreut über den plötzlichen Gast. Doch der Perspektivwechsel bringt Distanz zum bisherigen Leben, aus dem sich Kathrine dann entfernen kann. Sie heiratet ihren Jugendfreund Morten, die beiden bekommen noch ein Kind, und am Ende des Buches ahnt der Leser, dass die ewiggleichen Kreise weitergehen.
Er wolle möglichst einfache Worte finden, sagt Peter Stamm über seinen Stil, der ähnlich karg und melancholisch ist wie das verschneite Norwegen. Oder wie die ungefähre Landschaft als die Peter Stamm das Leben seiner Heldin beschreibt, deren eingeschränktes Gesichtsfeld er als Erzähler nie verlässt. Peter Stamm, geboren 1963, studierte nach einer kaufmännischen Lehre einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie. Er lebt in Winterthur, seit 1990 als freier Autor und Journalist. Sein erster Roman „Agnes“ erschien 1998, „Ungefähre Landschaft“ stammt aus dem Jahr 2001. Im vergangenen Jahr erschien Stamms Roman „An einem Tag wie diesem“.
