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03. Juli 2007, 20.15 Uhr
Das 2002 gegründete Ensemble Raro steht für kontrastreiche Programme, die über Epochen hinweg musikalische und literarische Bezüge herstellen, im Falle des diesjährigen Programms für den Kultursommer auch über geographische Grenzen hinweg. Im ersten Teil des Abends nämlich umarmt der sanfte nordische Sommer, der in Sylts hellen Nächten spürbar ist, die heiße Glut Südamerikas. Das Konzert beginnt mit den lyrischen Stücken, an denen Edvard Grieg über Jahrzehnte hinweg gearbeitet hat und die an Schumanns kleine Klavierstücke erinnern, vereint mit Melodien und Inspiration aus Griegs norwegischer Heimat. Den „Grand Tango“ schrieb der Erneuerer des argentinischen Tango Astor Piazzolla zu Beginn der 1980er Jahre, als er in Europa bekannt wurde, für den Cello-Weltstar Mstislav Rostropovich; später wurde auch die Bearbeitung für Bratsche populär. Das Cello kommt als Soloinstrument in der Sonate für Violoncello und Klavier op. 36, wiederum von Edvard Grieg, zur Geltung.
Das Trio für Klavier, Bratsche und Violoncello op. 114 entstand während der Sommerfrische 1891 – Johannes Brahms weilte in Bad Ischl. Während jener Jahre komponierte er viel für den Soloklarinettisten des Meininger Hoforchesters, eben auch jenes Trio. Die Fassung für Bratsche stammt jedoch auch von seiner Hand und wurde im November in Meiningen uraufgeführt – mit dem legendären Geiger Joseph Joachim, dem seinerzeit berühmten Cellisten Robert Hausmann und mit Brahms selbst am Klavier.
